Spezialprodukte

Spezialprodukte

Nicht nur Honig, auch viele andere Produkte werden von den Bienen erzeugt. Hier listen wir alle diejenigen auf, die eher seltener angeboten werden. 

Darunter fallen:

  • Gelée Royale
  • Perga

Für alle Bienenprodukte gilt, dass sie den Arztbesuch nicht ersetzen können. Alle Produkte dürfen medizinisch nur in Absprache durch Mediziner*innen verwendet werden. Sie stellen keine Heilversprechen dar.

Gelée Royale

Gelée Royale, wörtlich das „königliches Gallert“ oder auch Weiselfuttersaft ist der Bienenfuttersaft, mit dem alle Bienen als Larven in ihren Zellen die ersten Tage gefüttert werden. Einzig die Königin bekommt ihn darüber hinaus auf Lebenszeit. Es ist das teuerste Bienenprodukt, da die Gewinnung sehr aufwändig ist.

Der Weiselfuttersaft muss aus der Zelle mittels Pipette entfernt werden, dies erzeugt Stress für den ganzen Stock. Eine Entnahme kann daher nur mit äußerster Vorsicht erfolgen. Meist kann pro Volk ein halbes Kilogramm im Jahr erwirtschaftet werden. Eine synthetisch gleichwertige Herstellung von Gelée Royale ist nicht möglich.

Die Ammenbienen erzeugen Gelée Royale mit ihren Kopfdrüsen. Dieses Stadium erreichen Arbeitsbienen zwischen dem vierten und 12. Lebenstag. Sollte es aus einem bestimmten Grund zu wenig Ammenbienen geben, können aber auch ältere Bienen ihre Futtersaftdrüsen reaktivieren und wieder Gelée Royale erzeugen.

Damit füttern sie alle Bienenlarven in den ersten drei Tagen. Danach erhalten die zukünftigen Arbeiterinnen Honig und Pollen, die Königinnenlarve bekommt hingegen weiterhin Gelée Royale. Dadurch ist sie beim Schlüpfen doppelt so groß wie die Arbeiterinnen. Zudem haben sich Gehirn, Beine und Ovarien anders entwickelt. Im Gegensatz zu den Arbeiterinnen ist sie fruchtbar und kann täglich bis zu 2500 Eier legen. Ihre Lebenserwartung ist drastisch höher: Im Durchschnitt wird sie fünf Jahre, während die Arbeiterinnen zwischen 30 bis 60 Tagen leben.

Die Königin ist zuvor genauso eine Larve wie alle anderen. Nur durch die Fütterung durch Gelée Royale entwickelt sie sich zu einer Königin. Dafür ist unter anderem ein spezielles Protein im Weiselfuttersaft verantwortlich – das Royalactin. Bei den Arbeiterinnen hingegen kommt es zu einer Modifikation des Erbguts durch die andere Ernährung. Dies wird DNA-Methylierung genannt.

Gelée Royale gilt daher seit jeher als Anti-Aging- und als leistungssteigerndes Wundermittel, wo es in der Apitherapie als auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine wichtige Rolle spielt.

Es wirkt auch nachgewiesenermaßen hormonstabilisierend, da es Gleichgewicht des Hormongehaltes im Blut wiederherstellt, indem es follikelstimulierende Hormone (FSH) reduziert und den Östrogengehalt steigert. So wird es bei Beschwerden in der Menopause und bei Prämenstruellem Syndrom (PMS) angewandt. Auch wirkt es fruchtbarkeitssteigernd: Gelée Royale kann nachweislich die Qualität der Eizellen verbessern.

Wissenschaftlich belegt ist eine antioxidative Wirkung, die Freie Radikale neutralisiert. In Kombination mit Östrogen, das sowohl das follikelstimulierende Hormon, als auch das luteinisierende Hormon (LH) kontrolliert, hat Gelée Royale durchaus auch Einfluss auf den hormonbedingten Alterungs-Zyklus. Ebenso wirkt es gegen den mit dem Alterungsprozess verbundenen neurodegenerativen Erkrankungen.

Neben einer Reduktion der Blutfettwerte, wirkt es auch gegen toxisch wirkende Fette im Körper, die sich an Organe und Skelett anlagern. Im Versuch mit Ratten konnte eine signifikante Abnahme von Fettgewebe nachgewiesen werden.

Der Weiselfuttersaft ist wundheilend und hat eine positive Wirkung auf das Bindegewebe. Zudem wirkt es auch antibakteriell und entzündungshemmend. Ebenso ist seine Wirkung antiallergisch und regulierend auf das Immunsystem. Trotzdem kann auch durch Gelée Royale eine Allergie und im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock, der bis zum Tod führen kann, ausgelöst werden.

Perga

Perga, auch Bienenbrot genannt, ist fermentierter Pollen. Dieser besteht aus mit Propolis überzogenen Pollenkörnern. Im Gegensatz zu frischem Pollen, ist Perga daher länger haltbar. Mehr über die Vorzüge findet sich im Abschnitt „Pollen“.

Quellen

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Iwao Okamoto, et al.: Major royal jelly protein 3 modulates immune responses in vitro and in vivo, Fujisaki, 2003, in: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12899927/

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Boris Yagound, et al.: Intergenerational transfer of DNA methylation marks in the honey bee, University of Sydney, 2020, in: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33257552/

Mei Yoshida, et al.: Royal jelly improves hyperglycemia in obese/diabetic KK-Ay mice, Kyoto Sangyo University, 2017, in: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27890887/

© Mag. Victoria Breitsprecher, MA