Honig

Honig

Honig ist das wohl bekannteste Bienenprodukt und wohl eines der ältesten Nahrungsmittel der Menschheit. Er kann die unterschiedlichsten Eigenschaften und Farben besitzen. Vom lichten, hellen Akazienhonig, über den goldenen Rapshonig bis hin zum dunklen, bernsteinfarbenen Waldhonig reicht das weite Spektrum.

Dabei bergen nicht nur die verschiedensten Jahreszeiten unterschiedliche Sorten, es gibt auch unterschiedlichste Konsistenzen: Flüssig, cremig und fest. 

Echter, flüssiger Honig wird aber früher oder später fest. Je nach Sorte kann dies wenige Tage bis mehrere Monate dauern. Wer ihn wieder streichfähig mag, kann den Honig vorsichtig bis maximal 45°C erwärmen. Idealerweise verwendet man dafür ein Zuckerthermometer, denn die Temperatur sollte nicht überstiegen werden. Flüssiger Honig kann auch eingefroren werden. Das stoppt die Kristallisierung. Etwa kann auf diese Weise sogar Rapshonig, der besonders schnell binnen weniger Tage fest wird, über 12 Monate hinweg flüssig gehalten werden.

Oder aber man kauft gleich einen Cremehonig. Dieser hat nicht nur den Vorteil, dass er weniger leicht vom Honigbrot fließt, sondern auch, dass er nicht so schnell fest wird, weil er bereits cremig gerührt wurde.

Blau-goldene Vielfalt

Wir in Niederösterreich sind mit einer besonders großen Vielfalt gesegnet. In keiner anderen Region Österreichs gibt es so viele verschiedene Honigsorten. Ob Linde oder Löwenzahn, Sonnenblume oder Edelkastanie bis hin zu Exoten wie Rosen- oder Lavendelhonig. Da fällt die Wahl schwer. Und doch ist all diese Vielfalt ebenso in den Wald- und Blütenhonigen zu finden.

Gesunder Honig

Honig ist für seine antiseptische, antivirale und antibakterielle Wirkung bekannt – natürlich immer ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht. Er ist nicht nur wohlschmeckend, sondern sehr bekömmlich und kräftigend. Dies liegt auch daran, dass er aus Frucht- und Traubenzucker besteht, der im Körper nicht extra aufgeschlossen werden muss. Zudem sind Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine (wie etwa das „Nervenvitamin“ B1) und ätherischen Öle enthalten. Er ist Genussmittel und enthält trotzdem weniger Kalorien als Haushaltszucker.

Auch kann er die Heilung unterstützen: Ein Löffel Honig hilft um lästiges Halskratzen zu mindern, das wussten schon unsere Großmütter. Aber im Bienengold steckt noch viel mehr. Durch seinen hohen Zuckergehalt entzieht der Honig den Bakterien das Wasser und erschwert ihnen die Vermehrung. Neuseeländische Studien haben dies etwa für den teuren Manukahonig bestätigt. Doch nicht nur exotische Honige helfen, auch für heimische Honige ist dies längst belegt: In klinischen Studien wurde nachgewiesen, dass europäische Honige selbst gegen Bakterien wirken, die gegen Antibiotika bereits resistent sind. Dabei geht es hier nicht nur um einfache Erkältungskrankheiten – es wurde bestätigt, dass Honig im Kampf gegen die Krankheiten wie Lungenentzündungen und Blutstrominfektionen (Sepsis) wirkt. Besonders hilfreich ist er daher in der Unterstützung von Grippemitteln und Co.

Auch Antioxidantien sind im Honig: Gemeinsam mit Pflanzenstoffen und organischen Säuren bildet das eine ganz besonders gesunde Kombination. Denn Antioxidantien können das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten senken. Auch wirkt er dem Bluthochdruck und sogar einigen Krebserkrankungen entgegen. Außerdem kann er sich positiv auf die Sehkraft auswirken. Da Antioxidantien auch vor oxidativem Stress schützen, ist Honig auch gesund für das Herz. Nicht nur das, er kann sich sogar positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken, indem er den Anteil von LDL-Cholesterin senkt und den Anteil am hilfreichen HDL-Cholesterin steigert. Gerade LDL-Cholesterin kann zu einer Arteriosklerose – und in Folge dessen zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. 

Auch in der Wundmedizin wird er eingesetzt und hilft sogar gegen Hautkrankheiten, wie Schuppenflechte, Hämorrhoiden und Herpesbläschen. Den Arztbesuch kann Honig aber freilich nicht ersetzen.

Achtung: Für Kinder unter zwölf Monaten ist Honig nicht geeignet. Honig kann Clostridium-botulinum-Keime enthalten, die bei kleinen Kindern zu Botulismus (einer Lebensmittelvergiftung) führen können, da ihr Immunsystem damit noch nicht umgehen kann. Für ältere Kinder ist er unbedenklich.

So entsteht Honig

Honig ist goldener Überfluss, denn die Bienen legen diese Vorräte nur durch Überproduktion an. Erst wenn das ganze Volk versorgt ist, und der Eigenbedarf gedeckt, beginnt die Honigherstellung.

Dafür sammeln die Bienen Nektar ein und fliegen dafür emsig von Blüte zu Blüte. Für den Waldhonig nehmen sie auch sogenannten Honigtau mit. Dafür haben Bienen ein eigenes Organ – die Honigblase. Mit ihren Futtersaftdrüsen fügen sie dem Nektar Enzyme zu, die den Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose) darin aufspalten. Damit ist der Honig aber noch nicht reif und unsere emsige Flugbiene hat keine Zeit, um darauf zu warten. 

Sie fliegt zurück zu ihrem Bienenstock und gibt ihren Schwestern und den unfertigen Honig aus ihrer Honigblase weiter. So gelangen immer mehr Enzyme und Eiweiße in den eingedickten Nektar, bis schließlich antibakterielle Stoffe entstehen, die sogenannten Inhibine. Ab dann reduzieren die Bienen den Wassergehalt und dicken den Nektar immer stärker ein, bis sie ihn schließlich in den Waben lagern. Dort reift er nun zum fertigen Honig, wobei die Bienen ihn achtsam immer wieder umhertragen, bis sie ihr fertiges Produkt schließlich mit einer Wachsschicht versiegeln – das sogenannte Verdeckeln.

Nun beginnt die Arbeit des Imkers, der diese Verdeckelung öffnen und den Honig aus den Waben schleudern oder pressen muss. Den Bienen passiert dabei allerdings nichts. Sie bekommen Schutz, Pflege und Liebe durch ihre niederösterreichischen Imker und belohnen uns dafür mit ihrem Honig. Übrigens sammelt eine kleine Biene in ihrem Insektenleben etwa einen Teelöffel Honig zusammen.

Quellen:

Christopher Adams, et al.: The origin of methylglyoxal in New Zealand manuka (Leptospermum scoparium) honey, Carbohydrate Research, 2009, in: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0008621509001220.

Noori Al-Waili: Natural honey lowers plasma glucose, C-reactive protein, homocysteine, and blood lipids in healthy, diabetic, and hyperlipidemic subjects: comparison with dextrose and sucrose, Dubai Specialized Medical Center and Medical Research Laboratories, 2004, in: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15117561.

Alexandros Kamaratos, et al.: Manuka honey-impregnated dressings in the treatment of neuropathic diabetic foot ulcers, Diabetes Center, Tzanio General Hospital Sparta, 2014, in: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22985336.

Ibrahim Khalil, et al: The Potential Role of Honey and its Polyphenols in Preventing Heart Diseases: A Review, Department of Pharmacology, School of Medical Sciences, Universiti Sains Malaysia, 2010, in: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3005390. 

Ibrahim Khalil, et al: Cardioprotective Effects of Tualang Honey: Amelioration of Cholesterol and Cardiac Enzymes Levels, School of Medical Sciences, Universiti Sains Malaysia, 2015, in: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26064893.

Elvira Mavric, et al.: Identification and quantification of methylglyoxal as the dominant antibacterial constituent of Manuka (Leptospermum scoparium) honeys from New Zealand, Institute of Food Chemistry, Technische Universität Dresden, 2008, in: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18210383.

© Mag. Victoria Breitsprecher, MA