NÖ-IMKERVERBAND

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Gesundheitsbericht 2013

Die Völkerverluste im Winter 2013-2014 waren teilweise normal bzw. im Vergleich zu den Vorjahren eher gering(Ausfälle unter 10 %), Ausreißer nach oben sind eher Einzelfälle. Durch den milden Winter ist allerdings die Bruttätigkeit sehr stark, teilweise war eine Brutunterbrechung nur im November 2013, es ist daher im Jahr 2014 mit sehr hohem Varroadruck zu rechnen! Die starke Bruttätigkeit hat auch einen hohen Futterverbrauch bewirkt, es besteht auch die Gefahr von Futterknappheit, vor allem bei einem späten Kälteeinbruch!

Faulbrutsperrgebiete gibt es derzeit in Niederösterreich nicht, was allerdings nicht heißt, dass es keine Amerikanische Faulbrut in Niederösterreich gibt. Es wäre wünschenswert, wenn von der Untersuchung auf Faulbrutsporen im Wintergemülle oder im Winterfutter vermehrt gebrauch gemacht werden würde.

Durch die Neuimker wäre es besonders wichtig, in jeder Ortsgruppe einen Gesundheitswart zu haben, der sich auch um die Neuimker in Bezug auf Vorbeugung gegen Bienenkrankheiten bemüht. Auch beim Kauf von Bienenvölkern wäre es ratsam für die Neuimker, wenn sie von erfahrenen Imkern beraten würden.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch einen Erfahrungsaustausch der Gesundheitswarte für Ortsgruppen oder Bezirksgruppen (nicht Amtssachverständige, diese werden gesondert in der AGES geschult) eventuell im Herbst organisieren, auch die Erfahrungen mit der neuen gesetzlichen Situation bezüglich Varroabehandlung sollte dabei besprochen werden.

Thema Völkerkauf und Gesundheitszeugnis

Da ich in letzter Zeit öfter gefragt wurde, wer ein Gesundheitszeugnis ausstellen kann, eine kurze Stellungnahme dazu:

Ein Gesundheitszeugnis, wie es früher von den Gesundheitswarten ausgestellt wurde zwecks Wanderung oder Völkerkauf gibt es nicht mehr.

Da aber einige Bundesländer (OÖ, Salzburg) für Neuaufstellung von Bienenvölkern oder Aufführung von Königinnen auf Belegstellen ein Gesundheitszeugnis verlangen, kann eigentlich jeder, der die Bienenkrankheiten kennt, ein sogenanntes Privatgutachten erstellen.

Wer allerdings ein solches Gutachten ausstellt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er dafür auch haftbar gemacht werden kann. Ein Kurs über Rechte und Pflichten eines Privatgutachters wäre sinnvoll, sogenannte Gefälligkeitsgutachten können fatale Folgen haben (Haftungsklagen).

Es ist daher bei einem Gutachten wichtig, genau zu definieren, was bestätigt wird. z.B. „die Bienenvölker befinden sich in keinem Faulbrutsperrgebiet und zeigen auch keine klinischen Symptome von AF“ oder „Es sind keine Symptome von Kalkbrut feststellbar“ oder „das geschlossene Brutnest deutet auf einen gesunden Allgemeinzustand hin“. Befunde über Untersuchungen des Wintergemülles oder von Futterkranzproben auf AF sind nur aussagekräftig, wenn die Proben auch tatsächlich von diesen Völkern genommen wurden und sagen nichts über z.B. Varroabefall oder Nosema aus!

In der Praxis ist es daher sinnvoller, die Völker von einem erfahrenen Imker oder Gesundheitswart vor dem Kauf an Ort und Stelle untersuchen zu lassen.

Wesentlich ist auf jeden Fall, dass sich der Käufer überzeugt, dass die Bienen nicht in einem Faulbrutsperrgebiet stehen und der neue Aufstellungsort nicht in einem Faulbrutsperrgebiet ist. In diesem Fall wäre ein Übersiedeln der Völker strafbar nach dem Bienenseuchengesetz!

Nosema und Viruskrankheiten sind vor allem in Kombination mit den Neonicotinoiden sehr gefährlich! Keine Waben von abgestorbenen Völkern als Futterwaben in gesunde Völker geben!

IM Josef Holzweber, Landesgesundheitswart