NÖ-IMKERVERBAND

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Aus aktuellem Anlass möchten wir auf den Bericht aus dem Jahr 2015 verweisen, in dem wir ein Antwortschreiben der NÖLR betreffend die Zunahme an Bienenfressern und die damit verbundenen Probleme für manche Imker, zitieren:

Bienenfresser in Niederösterreich

Nach periodisch wiederkehrenden Beschwerden bezüglich verursachter Schäden an Bienenvölkern durch den Bienenfresser, einem auffallend bunten Zugvogel, stellte ich eine Anfrage um Beratung bzw. um eine eventuelle Sonderreglung an die NÖ Landesregierung, denn besonders laute Hilferufe an uns kamen aus dem Raum Mistelbach, wo sich eine unserer Belegstellen befindet. Den dortigen Standplatz haben unsere gefiederten Freunde offenbar als „gedeckten Tisch“ entdeckt, was bei ansässigen ImkerInnen und Züchtern zu großer Empörung Bzw. Existenzängsten führt.

Die Antwort bzw. Reaktion des Amts der NÖ Landesregierung, Abteilung Naturschutz auf unser Schreiben möchte ich nachstehend auszugsweise wiedergeben:

„….Natürlich besteht ein großes Interesse an einem gesicherten Bestand an Bienenvölkern. Insbesondere bei den derzeit schwierigen Rahmenbedingungen der Imkerei, welche geänderte Umweltbedingungen als auch durch Krankheiten erschwert wird, ist die Bedeutung der Bienen für den Erhalt der Biodiversität von besonderer Wichtigkeit.

 

Ebenso stehen Bienenfresser gemäß den Bestimmungen des NÖ Naturschutzgesetzes 2000 unter strengem Artenschutz….Beobachtungen am Röhreneingang haben gezeigt, dass nur etwa neun Prozent Honigbienen, jedoch auch 36 Prozent Hummeln, 22 Prozent Libellen, neun Prozent Falter und im Rest Wespen, Käfer und Wildbienen als Nahrung eingetragen werden.

 

Der Bienenfresserbestand hat sich in NÖ…..in den letzten Jahren gut erholt. Trotz der Erholung der Bienenfresserbestände auf ca. 1.000 Brutpaare in Österreich, davon ca. 33% in NÖ, ist diese Art..…weiterhin als gefährdet eingestuft.

 

Ein Eingriff in die Population von besonders geschützten Arten wäre nur unter der Voraussetzung einer nachhaltig stabilen Gesamtpopulation samt entsprechender räumlicher Verteilung einer solchen Population und damit einer Einstufung als nicht oder nur mäßig gefährdet möglich. Da diese Rahmenbedingungen dzt. nicht als gegeben anzusehen sind und im Hinblick auf o.a. Beurteilung des Nahrungsspektrums ein ernster Schaden an den NÖ Honigbienenvölkern nicht ableitbar erscheint, kann auch einem etwaig aktiven Eingriff in die Population dzt. nicht näher getreten werden.“