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EU will Teilverbot für Neonicotinoide erlassen

Die EU-Kommission möchte die Verwendung von Neonicotinoiden deutlich einschränken. Für Raps, Mais, Sonnenblumen und Baumwolle sind entsprechende Verbote vorgesehen, die zunächst auf zwei Jahre beschränkt werden sollen, erklärte der Sprecher von EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg vergangene Woche in Brüssel. Demnach sollen ab 1. Juli der Verkauf und die Aussaat von gebeiztem Saatgut dieser Kulturen eingestellt werden. Der Anbau von Mais und Sonnenblumen im Frühjahr 2013 ist von den verschärften Bestimmungen noch nicht betroffen. Für Bienen weniger attraktive Pflanzen - wie Getreide oder Zuckerrüben - gilt die Einschränkung nicht. Die EU-Kommission hat den Mitgliedsstaaten einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt, der Ende Februar abgestimmt werden soll. Nach den zwei Jahren ist eine Überprüfung der Maßnahmen geplant. Überdies soll die Zulassung von drei umstrittenen Insektiziden unter Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse abermals untersucht werden.

Die EU-Kommission stützt sich auf eine Einschätzung der EU-Lebensmittelbehörde. Diese hatte Mitte Jänner erklärt, die drei neonicotinoiden Insektizide Thiamethoxam, Imidacloprid und Clothianidin könnten Bienen gefährden. Die Hersteller der Pflanzenschutzmittel, mit denen Saatgut behandelt wird, halten die Reaktion der EU-Kommission für unangemessen. Sie gehen davon aus, dass bei sachgemäßer Anwendung die Bienen keinen Schaden erleiden. Agrarverbände warnten vor hohen Verlusten, wenn Saatgut nicht mehr mit Neonicotinoiden behandelt werden darf. In Österreich wird seit 2009 erfolgreich ein Bündel an Maßnahmen für einen verbesserten Bienenschutz angewendet, wie aus einer Studie der Ages hervorgeht. AIZ

Quelle: Baunernzeitung Nr.06-7.Februar 2013"